Wie es anfing!

 

Anfang Dezember 2021 fühlte ich mich immer schlapper und unbelastbarer. Ich hatte drei Monate zuvor einen recht kurzen Aufenthalt im Krankenhaus, wegen einer Bauchspiegelung, da ich immer mehr Beschwerden durch Endometriose hatte. 

Es sollte bei diesem Eingriff auch gleich eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) vorgenommen werden, was der Arzt aber damals, aus mir bis heute unerschließbaren Gründen nicht vornahm. Also quälte ich mich weiterhin  mit Schmerzen zu meiner Arbeit und betäubte mein Leiden mit Schmerzmittel. Man muss ja schließlich funktionieren, dachte ich. 

Brav versuchte ich die Alltagsroutinen zu bewältigen, bis ich schliesslich an meinem Schreibtisch weg nickte.

Erschrocken schreckte ich nach ein paar Sekunden hoch. Und das war der Punkt, der mich zum Handeln bewegt hat.

Am nächsten Tag ging ich zum Arzt um meine Blutwerte kontrollieren zu lassen, der mich netterweise mit den Worten: "Du siehst aus wie eine Kalkwand", begrüßte. Er ging aufgrund meines offenbar elendigen Erscheinungsbildes und meiner Schilderung der Thematik davon aus, dass mein Gesundheitszustand zu wünschen übrig blieb. Einen Tag später sollte er anhand der Blutergebnisse Recht behalten.   

Der Kreatininwert war stark erhöht, mein Blut war auch kaum noch vorhanden, die Schilddrüse machte Zicken und vom Rest wollen wir erst gar nicht reden. Also strickte Anweisung meines Hausarztes: Sofort ohne Umwege ins Krankenhaus. 

Dort angekommen, verpasste man mir ohne Betäubung und ohne große Umschweife eine Harnleiterschiene. Meine Harnleiter wurden durch die Endometrioseherde gequetscht und waren fast undurchlässig, was zu Nierenversagen führte.

Da mein Blut ja nun auch nicht mehr in vollem Umfang vorhanden war, bekam ich die erste von sieben Bluttransfusionen. 

Daraufhin verbrachte ich ich eine Woche gemeinsam mit einer netten alten Dame mit Dauerdurchfall in der Urologie.

Als sich mein Zustand aber weiterhin nicht verbesserte, entschieden die netten Ärzte mir eine dickere Schiene zu legen, diesmal allerdings mit Vollnarkose. 

Aus der Narkose erwacht, sagte man mir dass man mich auf die Intensivstation bringen muss, da mein Herz etwas streikte.

Dort verbrachte ich eine Nacht, mit vielen Nadeln und Schläuchen.

Nächste Station: Nephrologie.

Was dort folgte war eine wochenlangen Diskussionsrunde zwischen mir und den Ärzten. Ich teilte Ihnen bereits am Anfang dieser Odyssee mit, dass eine Hysterektomie und eine Entfernung der restlichen Endometrioseherde sicher meine Beschwerden um einiges lindern würden. Ich stieß auf taube Ohren.

 

Ein paar diverse Tests, eine Dialyse, etliche Abführmittel und Magen Darmspiegelungen später, erhielt ich an Heilig Abend Nierenfisteln (das sind ganz schicke Schläuche, die vom Rücken in die Nieren verfrachtet werden und bis zu den Beinen hinunter in sehr dekorative Pullerbeutel enden). Leider ging bei diesem Eingriff etwas gewaltig schief, denn ich bekam die Schmerzen meines Lebens. Und ich gebe ganz offen zu, ich wollte sterben.

Was war passiert? Ich hatte ein Hämatom auf der linken Niere. Das wünscht man seinem Erzfeind nicht und ich danke dem Universum inständig für die heutigen Möglichkeiten der Schmerzlinderung.

Von meiner Hartnäckigkeit wahrscheinlich etwas genervt, schickten mich die Götter in weiß dann doch noch Mal zur Gynäkologischen Untersuchung. Deutlich an Gewicht verloren stellte ich mich einer ausführlichen Untersuchung zur Verfügung, bei der sehr schnell ein etwas 6 cm großer Knubbel in meiner linken Brust bemerkt wurde. Dann ging alles sehr schnell. 

Der Oberarzt der Gynäkologie ordnete sofort eine Biopsie an, die auch wenig später stattfand.

Es folgten CT, MRT usw.

Am 05.01.2022 waren die Ergebnisse da. 

Invasives Mammakarzinom mit Knochenmetastasen am kompletten Achsenskelett....

 

 

 

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