Kampfgeist aktiviert

Wir Alle haben im Leben mit Vielem zu kämpfen und ich sehe mich als mental starke Persönlichkeit, die schon einige, nicht so schöne Kämpfe hinter sich hat. Das gehört offenbar zum Leben dazu. Jammern oder mich aufzuregen streiche ich seit Längerem immer mehr aus meinem Leben, aaaaaaaaaaaaaaaaber irgendwann ist selbst der mental stärkste Mensch.... angenervt *grübel*, angewidert *?*, fassungslos über die inkompetente, verlogene und empathielose Art einiger Menschen...... mir fehlt dazu einfach die richtige Wortwahl (was mir sehr sehr selten passiert).

In meinem letzten Blog, hatte ich davon berichtet, dass mein Arzt mir zur Schmerzlinderung Cannabis verschreiben wollte. 

Ich rief also, auf Anraten meines Arztes bei meiner Krankenkasse an und die Mitarbeiterin in der Servicestelle meinte, ich bräuchte eine Anordnung des Arztes. Diese schickte ich umgehend online an die Krankenkasse. Eingegangen am 16.10.24!!

Eine Woche später rief ich erneut bei meiner Krankenkasse an, um den Stand der Dinge zu erfragen. Diesmal teilte mir ein Herr mit, dass an mich, ein Tag zuvor, ein Fragebogen per Post verschickt wurde den mein Arzt mit mir ausfüllen muss. (dieser besagte Sagenumwobene Fragebogen kam nie bei mir an). Ich bat den Herrn ihn mir doch bitte per E-Mail zu schicken, was er auch tat. 

Ich also das Ding ausgedruckt, zum Arzt gefahren, der ihn ausgefüllt und mit sämtlichen Befunden wieder an mich übergeben hat. Zuhause angekommen, habe ich 12 (!!!!!) Seiten, inklusive Befunden, wieder online an die Krankenkasse geschick, welche auch den medizinischen Dienst eingeschaltet hat. 

Darauf folgten Infobriefe der Krankenkasse, dass sie noch auf die "Entscheidung" des MD warten.

In regelmäßigen Abständen rief ich also bei der KK an um mich auf dem Laufenden zu halten und in der Hoffnung, die Dinge etwas beschleunigen zu können. Eine Märchenstunde ist harmlos gegen das was man da zu hören bekommt. 

Einige Beispiele:

- Cannabis ist nur für Palliativ Patienten ( ich bin palliativ)

- Es wird nur chronisch Kranken und alten sterbenden Menschen verschrieben ( Knochenmetastasen sind eine chronische Erkrankung, die gehen nämlich nicht mehr weg!)

- Der medizinische Dienst entscheidet ob wir die Kosten für das Medikament übernehmen ( lt. einer Dame des MD, entscheidet der MD gar nichts!! Der MD wird von der KK lediglich gebeten seine fachliche Meinung dazu abzugeben und die KK hat alleinige Entscheidungsgewalt, unabhängig was beim MD heraus kommt)

- die KK kann nichts dafür, dass die Entscheidung so lange dauert, schliesslich braucht der MD ja so lange. ( Die KK hätte diese Entscheidung auch ohne MD treffen können)

Das waren nur einige Beispiele der Lügen und Hinhaltetaktik die ich über mich ergehen lassen musste. Und ich sag es jetzt einfach wie ich es denke: 

Ein kranker Mensch kostet zuviel und solche Methoden dienen mehr als offensichtlich dazu, als Patient mürbe gemacht zu werden und dann einfach aufzugeben. 

Anfang Dezember kam der Ablehnungsbescheid der KK mit der Begründung, dass der medizinische Dienst entschieden hat, dass ich die Vorraussetzungen nicht erfüllen würde und doch (mit meinen Worten) aufgrund der starken Schmerzen eine palliativ medizinische Behandlung in Anspruch nehmen soll. 

Ich kam mir selten so verarscht vor. 

Für mich ist schon erstmal die Begründung des MD völlig widersprüchlich und absurd und die Lügen und Methoden der KK und wie man so mit Menschen umgehen kann, einfach nicht nachvollziehbar. 

Ich hatte in meinem letzten Blog schon erwähnt, dass ich zwar palliativ bin, aber noch voll im Leben stehe und gerne auch bewusst daran teilhaben möchte, was ich bei jedem der zahlreichen Telefonate mit der KK und dem MD auch erklärt habe. 

Es entzieht sich auch meinem Verständnis, wie die mir seit drei Jahren meine Krebsmedikamente und sämtliche Behandlungen bezahlen können, sämtliche Kopien meiner Befunde und des Schwerbehindertenausweises, sowie des Rentenbescheides (wegen Zuzahlungsbefreiung und diversen anderen Dingen) haben und plötzlich über meinen Fall nichts wissen.....

Ich habe jetzt einen 1 1/2 Seiten langen Widerspruch geschrieben und diesen zusammen mit dem Widerspruch meines Arztes und dem der VDK an die KK geschickt. 

Man muss sich Mal dieses Theater vorstellen, das da seit fast 3 Monaten läuft, nur um eine Kostenübernahme genehmigt zu bekommen für ein pflanzliches Schmerzmittel. In was für einer empathielosen, furchtbar ignoranten Welt leben wir denn eigentlich?

Und ich bin mir sicher, dass es sehr sehr vielen Menschen genauso geht. Und diesen Menschen möchte ich Mut machen.

Denkt immer daran: 

Wer kämpft, kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren!!!